Kinder- und Jugendschutz im Ehrenamt
Schutz vor (sexualisierter) Gewalt
Stellen Sie sich einen Moment vor: Der Vorstand eines kleinen Sportvereins im Landkreis Ahrweiler erfährt am Sonntagabend von einem Verdacht – ein Kind wirkt verstört, ein Verhalten macht stutzig. Keine Ausbildung, kein Leitfaden, kein Ansprechpartner. Nur die Frage: Was jetzt? Genau in diesem Moment entscheidet sich, ob ein Kind Hilfe bekommt oder nicht. Dieser Moment ist der Grund, warum es Kinderschutz im Ehrenamt gibt.
Wir stärken Vereine, Organisationen und Ehrenamtliche im Landkreis Ahrweiler im Bereich Prävention, Schutzkonzepte und Handlungssicherheit. Prävention beginnt nicht erst im Ernstfall - sondern in der Haltung und Struktur jedes Vereins.
Wer mit Kindern arbeitet, trägt Verantwortung. Gerne unterstützen wir auch Ihren Verein, Ihre Organisation bei der Erstellung eines Schutzkonzeptes und begleiten Sie bei der Kommunikation, Sensibilisierung und Umsetzung.
Rechtliche Grundlagen
Die rechtliche Grundlage für den Schutz von Kindern und Jugendlichen bildet insbesondere das Sozialgesetzbuch (SGB) VIII. Vereine leisten durch den Betrieb ihrer Jugendabteilung und das Training von Kindern und Jugendlichen Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit im Sinne des § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB VIII. Sie sind damit rechtlich als freier Träger der Jugendhilfe per automatischer Anerkennung (Fiktion durch Dachverbände) im Sinne des § 75 Abs. 3 SGB VIII einzuordnen und nehmen am gesetzlichen Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe teil.
Hier sind unter anderem der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (§ 8a SGB VIII) sowie Regelungen zum Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen (§ 72a SGB VIII) verankert. Ergänzend dazu enthält das Strafgesetzbuch (StGB) zentrale Vorschriften zum Schutz vor körperlicher und sexualisierter Gewalt. Diese gesetzlichen Rahmenbedingungen verpflichten zusammen mit § 832 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) die Vereine dazu, geeignete Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen und im Verdachtsfall verantwortungsvoll zu handeln.
Bezug: SGB VIII §§ 8a, 11 Abs. 3 Nr. 2, 72a, 75 Abs. 3 · StGB · BGB § 832
Risikoanalyse & Prävention
Risikoanalyse und Prävention sind im ehrenamtlichen Kontext von Vereinen entscheidend, um potenzielle Gefährdungssituationen für Kinder und Jugendliche frühzeitig zu erkennen und gezielt zu reduzieren. Durch eine systematische Analyse der Strukturen, Abläufe und Kontaktzonen im Verein können Schwachstellen sichtbar gemacht und Schutzmaßnahmen entwickelt werden. Prävention sexualisierter Gewalt schafft klare Regeln, stärkt eine achtsame Haltung und fördert Transparenz im Umgang mit Minderjährigen.
Dadurch werden nicht nur Kinder und Jugendliche besser geschützt, sondern auch Ehrenamtliche in ihrem verantwortungsvollen Handeln unterstützt und abgesichert.
Wir haben die Kompetenz und das Netzwerk
Für die Qualifizierung setzen wir uns im Rahmen umfangreicher zertifizierter Fortbildungen intensiv und fachlich fundiert mit folgenden Themen auseinander:
- Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen
- Schutzkonzepte in Institutionen
- Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
- Gute Kinderschutzverfahren
- Schutzkonzepte zur Gewaltprävention im ehrenamtlichen Kontext
- Traumafolgestörungen und PTBS bei Kindern und Jugendlichen
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Vereinen ist uns Transparenz wichtig — hierzu können die insgesamt 8 Zertifikate gerne eingesehen werden. Neben dem Studium liegt seit 2010 eine Ausbildereignung (AEVO) vor, die die Anwendung grundlegender methodisch-didaktischer Kompetenzen im Kontext von Wissensvermittlung und Wissenstransfer unterstützt.
Zusätzlich befinden wir uns im kontinuierlichen Dialog mit (Dach-)Verbänden sowie lokalen Akteuren wie Ermittlungsbehörden und der zuständigen Abteilung 2.1 (Jugendamt) im Fachbereich 2 der Kreisverwaltung Ahrweiler.
zum Thema
Wie gut ist Ihr Verein heute aufgestellt?
Fünf Fragen, ehrlich beantwortet — und Sie wissen, wo Sie stehen.
1. Wissen Sie, welche strukturellen Gegebenheiten in Vereinen einen sexuellen Übergriff überhaupt erst begünstigen können?
2. Legen Betreuer:innen ein erweitertes Führungszeugnis vor (§ 72a SGB VIII)?
3. Wissen Ihre Ehrenamtlichen, an wen sie sich bei einem Verdacht wenden können?
4. Gibt es eine feste Ansprechperson für Kinderschutz in Ihrem Verein?
5. Wurde eine Risikoanalyse der Strukturen und Kontaktzonen im Verein durchgeführt?
Der Projektablauf
Jede Zusammenarbeit folgt einem klar strukturierten Prozess - fachlich fundiert und zugleich sensibel für die Kultur und die Menschen des jeweiligen Vereins. Denn ein Schutzkonzept wirkt nur, wenn es angenommen wird.
Erstgespräch
Im persönlichen Austausch lernen wir Ihren Verein kennen: Strukturen, Angebote, Zielgruppen. Gemeinsam klären wir Erwartungen, Anliegen und den konkreten Handlungsbedarf - vertraulich und auf Augenhöhe.
Risikoanalyse
Wir analysieren systematisch Strukturen, Abläufe und Kontaktzonen in Ihrem Verein. Daraus entsteht ein klares Bild bestehender Schutzfaktoren und potenzieller Schwachstellen als fachliche Grundlage aller weiteren Schritte.
Schulung & Konzept
Auf Basis der Analyse entwickeln wir gemeinsam ein passgenaues Schutzkonzept und sensibilisieren Vorstand und Übungsleitende in praxisnahen Schulungen - verständlich und wertschätzend.
Begleitung
Kinderschutz ist kein einmaliges Projekt. Wir begleiten die gelebte Umsetzung im Vereinsalltag und unterstützen die regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung des Konzepts. Dabei arbeiten wir eng vernetzt mit Fachverbänden, dem Jugendamt und den zuständigen Behörden vor Ort.
Vereine, mit denen wir arbeiten
Der Erfolg eines Schutzkonzeptes entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern im Miteinander. Deshalb verbinden wir fachliche Standards mit einer emotionalen Implementierung: Wir nehmen Sorgen und Vorbehalte ernst, schaffen Räume für offene Gespräche und stärken das Vertrauen aller Beteiligten - damit Kinderschutz als gemeinsame Haltung im Verein verankert wird und nicht als Pflichtübung empfunden wird.
Kamelle Artillerie 2018 e.V.
Das Projekt „Kinderschutz im Ehrenamt" ist aus der ehrenamtlichen Tätigkeit des Kamelle Artillerie 2018 e.V. heraus entstanden.
TuS 1920 Oberwinter e.V.
Seit Januar 2026 arbeiten wir mit dem TuS 1920 Oberwinter e.V. zusammen.
Presseartikel lesen →
TTV Oberwinter e.V.
Seit April 2026 arbeiten wir mit dem TTV Oberwinter e.V. zusammen.
Presseartikel lesen →
St. Sebastian Schützen-Gesellschaft Remagen Kripp e.V.
Erste Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit finden aktuell mit der Schützen-Gesellschaft in Kripp statt.
Sprechen Sie uns an
Sie interessieren sich für eine Zusammenarbeit oder haben Fragen zu Prävention und Schutzkonzepten? Schreiben Sie uns.